Mittwoch| 9.6.2010 | 19:30 Uhr | Bern | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61 | www.unia-jugend-bern.ch
Es wird inzwischen viel über China geredet – aber wie? Leitender Gesichtspunkt der China-Berichte in der bürgerlichen Öffentlichkeit ist die Frage, was der Aufstieg dieses Landes für „uns“ bedeutet. Der Eintritt Chinas in den freien Weltmarkt wird begrüßt und die Öffnung seines Marktes mit 1,3 Milliarden chinesischer Kunden stimmt uns enorm hoffnungsfroh; andererseits droht möglicherweise eine neue „gelbe Gefahr“…
weiter lesen »Donnerstag | 13.5.2010 | 20 Uhr | Bern | Hotel Bern (Lage) | www.unia-jugend-bern.ch
Arme – hats die in der reichen Schweiz überhaupt? Immerhin gibt es so viele, dass sich der Bundesrat veranlasst sah, auf Antrag der für Soziales zuständigen Nationalrats-Kommission am 31. März eine „Gesamtschweizerische Strategie zur Armutsbekämpfung“ vorzustellen.
Merkwürdig
Seit es die moderne – allen anderen Produktionsweisen angeblich überlegene – Marktwirtschaft gibt, gibt es Armutsbekämpfung.
Da fragt sich doch: Warum kommt die eigentlich nie an ihr Ziel?
Was bekämpfen eigentlich die Armutsbekämpfer, wenn die Armut seit über 100 Jahren nicht verschwunden ist, sondern in den letzten Jahren sogar immer mehr zunimmt?
Und warum sind sich alle seriösen Prognosen – seien es die des Bundesamts für Statistik (BFS) oder die der Sozialverbände – darin sicher, dass sich daran – trotz aller Bemühungen um Armutsbekämpfung – auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird?
Könnte es sein, dass Armutsbekämpfung gar nicht das bekämpft, was sie zu bekämpfen vorgibt? Ja mehr noch, dass die Kämpfer wider die Armut sich überhaupt nicht darum kümmern, was Armut ist und woher sie kommt?
Die amtliche Definition von Armut lautet:
«Personen, Familien und Gruppen sind arm, wenn sie über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Staat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist.»
Diese Definition wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet:
Warum richtet sie ihren Blick nicht auf den Reichtum, der in dem Staat vorhanden ist, sondern auf das Minimum?
Was heißt „annehmbares Minimum“?
Wer entscheidet, was annehmbar ist?
Die Armen, die vom Reichtum ausgeschlossen sind?
Oder die Reichen, die von ihrem Reichtum bekanntlich nichts abgeben wollen?
Die Veranstaltung soll klären,
Referent: Theo Wentzke ist Doktor der Soziologie, betreibt industriesoziologische Forschung, ist Redaktor und war Dozent an der Fachhochschule Pforzheim.

ab 13.00 Uhr
Food&Drinks, Live Musik mit Daniel Blatter und Band sowie diverse interessante Rednerinnen und Redner
(Bei Schlechtwetter findet das Nachmittagsprogramm im Zeughaus statt)
20.00 – 02.00 Uhr – Freier Eintritt!
Live Music with:
WE-4:
Website: http://www.we-4.ch/
Musik: http://ntt.orangemusic.ch/bands.php?Band_ID=451
Sozi Brain
Website: http://www.sozibrain.ch/
Musik: http://www.myspace.com/sozibrain
Toxic Trolls & Beschoiert
Website: http://www.toxictrolls.ch
Musik: http://www.myspace.com/toxictrolls
Plakate und Flyer erhaltet ihr im Unia Büro in Visp, oder ihr könnt sie unter folgenden Links herunterladen:
Plakat (jpg/ca. 160 kb) | Flyer (jpg /ca 120 kb)
DER 1.MAI 2010 STEHT UNTER DEM SLOGAN:
WIR SIND NICHT VOLK, WIR SIND KLASSE
Donnerstag | 11.3.2010 | 19:30 Uhr | Bern | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61
Donnerstag | 11.2.2010 | 19:30 Uhr | Bern | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61 | www.unia-jugend-bern.ch
Nach Kopenhagen:
Der Kapitalismus schädigt das Klima
Die Staaten streiten sich um eine Weltenergieordnung
Der Bürger tauscht Glühbirnen und fährt klimabewusst
Seit einigen Jahrzehnten rechnen Wissenschaftler vor, dass die zunehmende Erderwärmung durch Treibhausgase verheerende Folgen zeitigt und mehr Folgen zeitigen wird. Dürren hier, Überschwemmungen dort, machen das Leben von Abermillionen auf dem Globus auf neue Weise zu einer unsicheren Sache. Als Ursache gilt in der Öffentlichkeit gemeinhin nicht das weltumspannende kapitalistische Wachstum, das die Atmosphäre als kostenlose Müllkippe für seine diversen Emissionen nutzt, sondern “der Mensch”.
Die Staaten, die auf ihrem Standort das Wachstum des Kapitals wollen und befördern, hat das alles nie beeindruckt. Erst eine Bilanz ganz eigener Art hat sie hellhörig gemacht. Der Klimawandel ist womöglich teuer und trägt bis 2050 weltweit einige Billionen Franken Verluste ein. Während sich der Mensch die Rolle des Verursachers vorwerfen lassen muss, darf also das Geschäft als prominentes Opfer des Klimawandels aufmarschieren, den es selbst herbeiführt.
Seitdem tobt ein erbitterter Streit in der Staatenwelt um die Frage, wer wem Klimaziele und moderne Technologie wie Windräder und Solarzellen aufherrschen kann, die die eigene Konkurrenzposition am Weltgeschäft nicht schmälern, sondern befördern, auf Kosten der anderen eben. Gleichzeitig betreiben selbsternannte Klimapäpste wie Merkel und Sarkozy eine Energiepolitik, bei der brandgefährliche Atommeiler und gewaltige Dreckschleudern wie neue Braunkohlekraftwerke bequem Platz finden zwischen den ökologischen Windparks.
Ein deutlicher Hinweis darauf, dass unter dem Firmenschild “Klimaschutz” ein etwas anderes Projekt verfolgt wird als die Rettung des blauen Planeten vor den eigenen Emissionen. Die fossilen Energieträger sind nämlich nicht nur immer teurer, sondern durch die neue Weltlage seit dem amerikanischen Antiterrorkrieg endgültig unsicher geworden. Energie ist der universelle Schmierstoff der kapitalistischen Ökonomien und deswegen unter den Staaten ein Streitgegenstand, der sogar das Zeug zum Kriegsgrund hat. Eine weltkrisenfeste nationale Energiebasis muss also her, natürlich im Namen des weltweiten Klimawandels und der betroffenen Menschheit.
Insofern täuscht sich der Protest gegen den Klimagipfel, der der grossen Politik Verantwortungslosigkeit in Klimafragen vorhält und sie so an ihre eigentlichen Pflichten erinnern will. Der Staat erlegt zwar täglich anderen Pflichten auf, vom Autofahrer bis zum Arbeitslosen, steht aber selbst nicht in der Pflicht. Schon gar nicht gegenüber bloss eingebildeten Menschheitszielen auf der politischen Agenda wie dem Klimaschutz.
Über das verrückte und menschenfeindliche System in dem wir leben.
Donnerstag | 28.1.2010 | 20 Uhr | Bern | Hotel Bern (Lage) | www.unia-jugend-bern.ch
Als vor einem Jahr die Finanzmärkte zusammenbrachen und die Realwirtschaft in bis dahin ungekanntem Tempo schrumpfte, kam der Kapitalismus ins Gerede. Leider sehr verkehrt. Auf die Diagnose: “Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr”, antworteten Volk und Elite, Weltbevölkerung und WEF mit dem dringenden Wunsch: Er möge schleunigst wieder funktionieren.
Inzwischen gibt es gute Nachrichten: Die vom Staat geretteten Banken machen weiter wie bisher und verdienen schon wieder zweistellige Milliardenbeträge. Die Realwirtschaft schrumpft seit ein paar Monaten nicht weiter und die allgemeine Stimmung schaltet auf Optimismus. Zwar steht in allen Zeitungen, dass die Pleiten zunehmen werden, die Sanierung und Verschlankung der Firmen gerade in Gang kommt und dass aus beiden Gründen ein großer Abbau von Arbeitsplätzen erst noch zu erwarten steht. Aber das zählt wenig angesichts dessen, dass “die Welt doch nicht untergeht”. Ein weiterer Schub der Verarmung von größeren oder kleineren Teilen der Bevölkerung ist als Preis des ersehnten Aufschwungs schon abgehakt.
*
Bewegt von der Sorge, der Kapitalismus könnte womöglich nicht mehr als Lebensgrundlage der Nation taugen, und voll der Hoffnung, dass er doch wieder in Ordnung kommt, stellt sich schon wieder kein Schwein die fälligen und nahe liegenden Fragen:
Nie zeigt die Herrschaft des Kapitals ihre Absurdität so offen, wie in der Phase, in der die Kapitalverwertung – weil sie nicht gelingt – den materiellen Lebensprozess der Gesellschaft abwürgt. Insofern wirft die Krise ein grelles Licht auf die Normalität des Kapitalismus und gibt eine abgekürzte Aufklärung darüber, wie sich Arbeit und Reichtum in diesem System zu einander verhalten. Die dafür nötigen Überlegungen verspricht der angekündigte Vortrag.
Referent
Dr. Peter Decker
Donnerstag | 14.1.2010 | 19:30 Uhr | Bern | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61 | www.unia-jugend-bern.ch
Folgende Thesen sind zur Diskussion vorgeschlagen und sollen bewiesen werden:
1. Schulpflicht und Allgemeinbildung
Ausbildung ist im Kapitalismus kein Privileg für wenige, sondern ein Recht, allerdings auch eine Pflicht, der sich keiner entziehen darf. Offenbar ist das Ausbildungswesen kein Angebot, das unzweifelhaft den Auszubildenden nützt, sondern es dient einem staatlich definierten Bedarf danach, über welches Wissen und welche Einstellungen der gesellschaftliche Nachwuchs verfügen soll. Lehrpläne, Schulgliederung und Schulaufsicht legen fest, dass und wie der gesellschaftliche Nachwuchs für’s „Leben“, das heisst als mündiger und für die Konkurrenz des kapitalistischen Arbeitsmarktes tauglicher Staatsbürger hergerichtet werden soll.
2. Noten und Zeugnisse
Die Vermittlung von Wissen geschieht daher in der Schule so, dass es als Unterrichtsstoff dient, als Material, dessen vergleichsweise (Nicht-)Beherrschung geprüft wird und in Noten resultiert. Vom Schüler ist daher verlangt, sich für alle Fächer gleichermassen soweit und genau dann zu interessieren, wie und wann es vom Lehr- und Stundenplan vorgesehen ist. Der Unterricht resultiert dann zielgerichtet darin, die Schüler an den Noten zu unterscheiden in solche, die – weil sie den Stoff vergleichsweise schneller und besser gelernt haben – zu weiterer, „höheren“ Ausbildung als tauglich beurteilt werden und der Masse derer, die wegen vergleichsweise schlechterer Lernleistungen als für weitere theoretische Belehrung untauglich („also“ offenbar mehr „praktisch begabt“) aussortiert werden.
3. Konkurrenz und Selektion
Dass – und im Groben auch, wie viele – Gewinner und Verlierer der Konkurrenz um Noten und Abschlüsse die Schule verlassen, steht vor jeder Bemühung der Eleven fest. Freilich: Wer vom jeweiligen Jahrgang es schafft, aufs Gymnasium und die Universität zu wechseln und wer sich in die Konkurrenz um eine Lehrstelle bewerben darf, das liegt an jedem selber; soweit jedenfalls, wie er mit seiner Vorbildung und seinem Lerneifer es vermag, sich von den Mitschülern im schulischen Leistungsvergleich abzusetzen. Weder Stand noch Reichtum des Elternhauses entscheiden hier, sondern bloss der Wettbewerb darum, die verlangte Lernleistung besser als die anderen nachzuweisen.
Dass sich bei dieser Gleichbehandlung die Unterschiede, die die Schüler aufgrund des Elternhauses in die Schule mitbringen, geltend machen, ist klar – und übrigens kein Verstoss gegen den Gleichheitsgrundsatz, sondern eine Konsequenz daraus. Die Forderung, die „soziale Ungerechtigkeit“ der unterschiedlichen Konkurrenzvoraussetzungen durch Kompensationsmassnahmen auszugleichen, verrät bloss einen Fanatismus der Konkurrenz, deren Resultate demnach dann voll in Ordnung gehen, wenn sie nur wirklich auf der Grundlage gleicher Chancen zustandegekommen sind.