November 2008
Der Herbst 2008 ist wie ein Crashkurs über die Frage, was es heißt, im Kapitalismus zu leben. Schlechterdings alles, das Arbeiten und Kaufen, das Leben und Überleben, ist eine abhängige Variable des Finanzgeschäfts. Wenn Börsianer und Bankiers mit ihrer Bereicherung scheitern, dann scheitert alles – und das ganze Volk ist schlagartig enteignet.
Leider hat das Volk in all der Panik gerade keine Zeit, sich mit dieser absurden Vorbedingung seines Alltags auseinanderzusetzen. Es ist vollauf beschäftigt, mit Hoffen und Bangen die Rettung des Finanzsystems zu begleiten, damit alles weitergehen kann wie bisher.
Damit es nicht weitergeht wie bisher, nehmen wir uns die Zeit für die Erklärung des Finanzkapitals und seiner Leistungen für die kapitalistische Welt der Arbeit.
Gliederung:
1. Einleitung und Lage
2. Was macht eine Bank?
3. Der Kredit
4. Finanzindustrie – Wertpapier
5. Grund der Krise
6. Vertrauen/Misstrauen
7. Dominoeffekt
8. Realwirtschaft
[Teil 1] [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5] [Teil 6] [Teil 7] [Teil 8]
Referent:
Dr. Rolf Röhrig
Mail der GenossInnen aus der Officina
Die Demo, auf welche die Arbeiterversammlung der Officina für diesen Freitag mobilisiert hat, ist von ihnen abgesagt worden.
Die entschlossene Reaktion der Arbeiterversammlung der Officina, nach Bern zu mobilisieren, und die breite Solidarität, welche in der ganzen Schweiz hinter der Officina steht, haben die Geschäftsleitung in die Knie gezwungen.
Meyer und Epinay haben dem Druck nachgegeben. Am Freitag wird das Streikkomitee den Herren Geschäftsleitern und Verwaltungsräten an einer Sondersitzung ihre Forderungen bezüglich Informationen über die geplante Verlagerung vorlegen.
Dieser kleine Zwischensieg zeigt, wie wichtig und wirksam die Entschlossenheit der Belegschaft und die Vernetzung der Solidaritätsstrukturen sind. Auch während des Runden Tisches gilt: Die Geschäftsleitung versteht nur die Sprache der Mobilisierung.
Deshalb: Unterstützt die Vernetzungsinitiative für einen “neuen Syndikalismus” und macht aktiv bei regionalen Solidaritätsstrukturen mit. Besucht das Streikkomitee und die Frauengruppe der Officina an der Filmvorführung vom 13. Dez. in Zürich
Weiter aktuelle Informationen jeweils unter:
www.officine.unia.ch
Frisch aus der Übersetzung, das Mail der GenossInnen aus der Officina.
Alle nach Bern zu Leuenberger
am Freitag, 28. November 2008!
Diesen Freitag wird der SBB-Verwaltungsrat über die Verlagerung der SBB-Werkstätten von Bellinzona von der Division Güterverkehr zur Division Personenverkehr entscheiden.
Diese Verlagerung ist voller Unbekannten, und trotz zahlreicher Aufforderungen seitens des Streikkomitees am Runden Tisch hat die Führung der SBB keinerlei Szenarium zur Entwicklung der Officine über das Jahr 2010 hinaus präsentieren wollen.
In der Tat stellt dieser Schritt für die Arbeiter der Officine und für alle, die uns in diesem Kampf um die Zukunft der Industriewerke Bellinzona unterstützt haben, einen Sprung ins Ungewisse dar, den wir nicht bereit sind zu tun.
Angesichts dieser geplanten Verlagerung, ohne einen klaren und verbindlichen Plan zur industriellen Entwicklung der SBB-Werkstätten von Bellinzona, haben die Arbeiter der Officine beschlossen, erneut Bundesrat Leuenberger ins Spiel zu bringen, um jene Zusicherungen zu bekommen, die uns die SBB-Führung nicht hat geben wollen, und so den Industriewerken Bellinzona eine Zukunft zu geben.
Wir laden alle unsere UnterstützerInnen, ein, wenn sie können, uns diesen Freitag bei unserer Reise nach Bern zum Bundesplatz zu begleiten.
Die Arbeitervollversammlung der SBB-Werkstätten von Bellinzona
Treffpunkt 11 Uhr Hauptbahnhof Bern
Abfahrtszeiten der Züge
Basel: 10.01 Uhr Lausanne: 9.45 Uhr W’thur: 9.28 Uhr
Fribourg: 10.34 Uhr St. Gallen: 8.48 Uhr Zürich: 10.00 Uhr
Giù le mani dall’Officina!
Hände weg von den Officine!
Der Runde Tisch läuft für die Belegschaft der Officine unbefriedigend. Das Streikkomitee akzeptiert die geplante Verlagerung der Werkstätten von der Güterwagen-Division zum Personaltransport nicht. Sie verlangt vollkommene Transparenz über die Informationen und Pläne der Geschäftsleitung.
Die Geschäftsleitung scheint vergessen zu haben, wie entschlossen die Belegschaft der Officine gestreikt hat und wie gross die Solidarität aus der Bevölkerung für ihren Widerstand war. Um daran zu erinnern, dass keine Entscheidungen ohne die Einwilligung der Belegschaft gefällt werden dürfen, ruft die Belegschaft der Officine am Freitag zur Demo nach Bern auf und verlangt das Gespräche mit Leuenberger.
Giù le mani dall’ Officina!
Die ArbeiterInnen und solidarischen Leute kommen diesen Freitag, 28. 11. um 11 Uhr im Bahnhof Bern an. Von dort aus wird bis zum Bundeshaus demonstriert.
Tutti a Berna da Leuenberger
Venerdì 28 novembre 2008
Questo venerdì il Consiglio di Amministrazione delle FFS sarà chiamato a decidere del trasferimento dalla divisione merci alla divisione viaggiatori delle Officine di Bellinzona.
Questo trasferimento è ricco di incognite e, malgrado le numerose richieste del Comitato di sciopero in sede di Tavola rotonda, i vertici delle FFS non hanno voluto presentare alcuno scenario di sviluppo per le Officine che oltrepassasse il 2010.
Di fatto, per i lavoratori delle Officine e per tutti coloro che ci hanno sostenuto in questa lotta per dare un futuro alle Officine, questo passo rappresenta un salto nel buio, che non siamo disposti a fare.
Di fronte a questo prospettato trasferimento in assenza di un chiaro e vincolante piano industriale per il sito di Bellinzona, i lavoratori delle Officine hanno deciso di richiamare in gioco il Consigliere Federale Moritz Leuenberger, per ottenere quelle garanzie per dare un futuro alle Officine, che i vertici delle FFS non hanno voluto darci.
Invitiamo quindi tutti i nostri sostenitori che lo potranno ad accompagnarci questo venerdì nella nostra trasferta a Berna.
L’assemblea generale dei lavoratori delle Officine di Bellinzona
Trasferta Gratis In Treno
Chiasso: ore 6.28 Lugano: ore 6.55 Locarno: ore 6.53
Bellinzona: ore 7.23 Biasca: ore 7.35
www.officine.unia.ch
Giù le mani dall’Officina!
Ohne größere Zwischenfälle, aber doch mit erheblicher Verzögerung gingen am Sonntag in Venezuela die Wahlen der Gouverneure in den Bundesstaaten und der Bürgermeister in den Bezirken zu Ende. Als dann die ersten verläßlichen Ergebnisse mit mehr als siebenstündiger Verspätung vorlagen, überwog unter den Anhängern von Präsident Hugo Chávez Enttäuschung: Zwar bleibt mit mindestens 17 Gouverneursposten der Großteil der insgesamt 23 am Sonntag vergebenen Führungspositionen auf regionaler Ebene in der Hand der bolivarischen Revolution. Mit Aragua, Guárico, Trujillo und Sucre konnten sogar Bundesstaaten zurückerobert werden. Allerdings verloren die Chavisten zugleich mindestens drei strategisch wichtige Regionen.
Hörempfehlung:
Venezuelas Aufstand im Hinterhof der USA (Dezember 2007)
- Teil 1: Die bolivarische Revolution – Chavez Urteil über die Lage der Nation und seine Therapie – Good Gouvernement zugunsten der Armen – Dafür Zweckentfremdung der Öl-Einnahmen und Indienstnahme der Privatwirtschaft.
- Teil 2: Ein permanenter Machtkampf mit den Nutznießern der alten Verhältnisse und ihrem Anhang – Keine Demokratie, wie wir sie kennen – Der Präsident braucht seine Wähler als mehr denn bloße Wähler – Das Ringen um die rechtliche Fixierung der revolutionären Errungenschaften.
- Teil 3: Die Abwehr der äußeren Feinde der Revolution – Die Ansprüche des kapitalistischen Auslands, besonders der USA an einen Ölstaat – Ohne Abschaffung des Kapitalismus doch eine Kündigung der heute geforderten Dienstbarkeit am internationalen Kapital – Putsch – Waffenembargo – Bündnispolitik
- Teil 4: Chavez & Co. – Hoffnungsträger für die Linke in den Metropolen? – Weder programmatisch ein Vorbild, noch praktisch eine Hilfe.
- Teil 5: Diskussion
Dem Jubilar zum 68. Geburtstag nachgereicht. Zu singen nach der Melodie des Tellenlieds von Hieronymus Muheim (um 1613).
Christoph bin ich, der Blocher,
Und keiner ist mir gleich.
Bin reich und mächtig worden
Mit manchem kecken Streich.
Mit Geld und Macht als Waffen,
In manchem Kampf gestählt,
Hab ich ein Volk geschaffen,
Das mich zum Führer wählt.
Einst wollt’ ich Bauer werden,
Bis ich alsbald verstand:
Man hat gar viel Beschwerden
Im lieben Bauernstand.
Man kann zwar vieles machen,
Viel Klee und Veh und Streu -
Viel ehrenwerte Sachen,
Bloss eins nicht: Geld wie Heu.
Ich plante längerfristig,
War bauernschlau genug:
Drum wurde ein Jurist ich.
Mit Doktorhut im Flug
Lernt’ ich als Rat von Meilen,
Als Chef im Defilée,
Befehle zu erteilen
Im Geiste der Armee.
Paramilitarismus in Venezuela. Teil II (und Schluß). Aufbau zweier Fronten im Westen und im Osten des Landes
Im ersten Teil wurden die Strategien der von Kolumbien her eindringenden Contras und ihre mörderischen Aktionen vorgestellt. Es soll in der Weltöffentlichkeit ein Bild vom revolutionären Venezuela entstehen, wonach im Land untragbare Verhältnisse herrschen würden, was ein Eingreifen Kolumbiens notwendig mache.
Nach ihrer angeblichen Demobilisierung in Kolumbien im Jahr 2003 begannen die Paramilitärs, massiv nach Venezuela einzusickern. Von den Grenzgebieten aus hatten sie sich zunächst im Gebiet des Andenkorridors im Nordwesten Venezuelas ausgebreitet. Sogar logistische Zentren zur Unterstützung der konterrevolutionären Aktivitäten einschließlich der Anwesenheit ausländischer Spezialisten soll es in der Region geben. Militärstrategischer Logik folgend wird nach dem Andenkorridor die Paramilitärpräsenz im Zentrum, also in Caracas und dem angrenzenden Bundesstaat Miranda, gestärkt. Als letztes wird der Aufbau einer »Ostfront« entlang der Achse Sucre-Delta/Amacuro/Bolívar, den drei östlichsten Bundesstaaten, sichtbar.
Paramilitarismus in Venezuela. Teil 1: Strategien der Contras und ihre Anschläge
Venezuela steht wegen seiner großen Rohstoffreichtümer im Blickpunkt der Vereinigten Staaten. Aber das besondere Augenmerk der Hegemonialmacht gilt dem bolivarischen Prozeß in Venezuela, denn das Land spielt eine wichtige Rolle bei der Integration des Kontinents und der damit verbundenen Möglichkeiten für fundamentale Veränderungen, die Venezuelas internationale Politik anderen Ländern eröffnet.
Auch Spaniens Automobilindustrie ist in der Krise und derzeit sind Demonstrationen, das Blockieren von Strassen oder auch Angriffe auf Firmenzentralen an der Tagesordnung. Vor allem sind es derzeit die Arbeiter von Nissan, die auf die Barrikaden gehen, doch auch bei Pirelli… radikalisieren sich die Proteste, die auch auf andere Sektoren übergreifen
