Dezember 2008
Bis zum 25.12 wird die koopera nur sporadisch – wenn überhaupt – aktuallisiert. Dann sind wir wieder für euch da.
Irgendwie steht die Welt auf dem Kopf. Wieso erklären Menschen Arbeit zu einem Bedürfnis? Warum sind Nachrichten von einer Rationalisierung im Betrieb schlechte Nachrichten für die Angestellten? Wieso freut man sich nicht darüber, dass man weniger arbeiten muss und länger Freizeit hat?
Warum kritisieren Unternehmer an Arbeit den Preis? Kommt es bei Arbeit nicht auf Zweckmässigkeit, Qualität und auf Bequemlichkeit bei ihrer Verrichtung an? Wieso gibt es Schwierigkeiten beim Absatz von lauter prächtigen Gebrauchsartikeln? Warum ist Überfluss ein Problem? Ist die Menschheit übersättigt, wird sie vom produzierten Reichtum belästigt?
Warum bangen Menschen um ihr Erspartes? Dafür haben sie doch hart gearbeitet. Wie kann Geld einfach weg sein? Und warum geben Staaten Milliarden für den Finanzsektor aus, wo es doch die “einfachen Leute” sind, die an chronischem Geldmangel leiden? Wessen Geldmangel gilt hierzulande was und warum? Und wieso rennen alle hinter dem Geld her, wenn es sich über Nacht in Luft auflösen kann?
All das ist ziemlich verrückt, hat aber leider System, behaupten wir: Genau das ist unsere Gesellschaft! Es ist alle mal Zeit wert, diesen Dingen auf den Grund zu gehen und sich mit unserem Wirtschaftssystem zu befassen: Schliesslich sind wir die Betroffenen!
Referent:
Dr. Freerk Huisken ist emeritierter Professor der Universität Bremen. Er ist Politologe, Psychologe und Erziehungswissenschaftler.
19.2.2009 | 20:00 Uhr | Bern | Hotel Bern (Lage)
Veranstalter: Unia Jugend Bern und koopera


Die Wut über die tödlichen Schüsse auf Alexis Grigoropoulos hält an. Den dritten Tag in Folge protestierten in nahezu allen größeren Städten Griechenlands Tausende aufgebrachter, vor allem junger, Menschen. »Mörder, Mörder« und »Nieder mit der Regierung der Mörder«, hallte es am Montag durch die Straßen der Hauptstadt Athen, wo für den Abend weitere Demonstrationen und Kundgebungen angekündigt waren. Unter dem Druck der Proteste beginnt die konservative griechische Regierung, die von der Nea Dimokratia (ND) gestellt wird, »zu wanken« – so die Nachrichtenagentur AFP. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und sein Stellvertreter boten ihren Rücktritt an, Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis lehnte jedoch ab.
Bei INNSE geht der sechste Monat seit Beginn des Kampfes mit einer weiteren Woche grosser Spannungen zu Ende. Angefangen mit dem Treffen beim Präfekten von Mailand, fortgeführt durch die ergebnislose Zusammenkunft zwischen AEDES und ORMIS, und am Freitagmorgen folgte schliesslich seitens der entlassenen INNSE-Arbeiter die Besetzung des Firmensitzes von AEDES, der Immobliengesellschaft, die sich im Einvernehmen mit dem Fabrikbesitzer Genta weigert, das Gelände an ORMIS zu vermieten (oder zu verkaufen), an jene Firma, die bereit wäre, an dessen Stelle zu treten und die Produktion bei INNSE wieder aufzunehmen.
Buchpräsentation mit Wendula Dahle und Wolfgang Leyerer (Universität Bremen)
Nach dem Untergang der DDR wurde Brecht als “deutscher” Dichter neu entdeckt und anläßlich des 100. Geburtstags 1998 und seines 50. Todestages 2006 als Kulturgut in die “gesamtdeutsche Geschichte”, in die “Vaterstadt Augsburg”, in die Schuldidaktik eingemeidet. Dafür wurde seine Gesellschaftskritik negiert, umgedeutet oder entschuldigt.
Wie geht die Vereinnahmung Brechts in den deutschsprachigen Kulturbetrieb, wo doch die Maßstäbe “Antikommunismus” bzw, “Anti-DDR-Sein” immer noch virulent sind? Was lassen seine heutigen Bewunderer dabei außer Acht oder deuten es um und was steht tatsächlich in den so vereinnahmten Werken?
Die in Westeuropa einsetzende Kältewelle hat in Frankreich das massive Wohnungsproblem erneut in dramatischer Weise auf die Tagesordnung gesetzt. Allein im Pariser Stadtwald Bois de Vincennes starben im November vier Obdachlose an Unterkühlung. Insgesamt kostete die Unmöglichkeit, an bezahlbaren Wohnraum zu kommen, laut der renommierten Wohltätigkeitsorganisation Emmaus France, seit Jahresbeginn 265 Menschen das Leben. 2006 hatte Staatspräsident Nicolas Sarkozy im Wahlkampf noch großspurig erklärt, daß »in zwei Jahren niemand mehr gezwungen sein wird, auf dem Bürgersteig zu schlafen und an Kälte zu sterben«.
- Bildungspolitik: teaching for leadership
- Umweltpolitik: Der Zugiff auf die Energieträger muss weltweit gesichert sein. Füherschaft in der Energietechnologie
- Außen- und Sicherheitspolitik: Weltordnungsmacht Nr.1 muss man bleiben
- Krisenpolitik: Die Kapital- und Kreditmacht der USA muss unanfechtbar sein
Während eines Arbeitskampfes ermordeten Unbekannte drei Gewerkschaftsaktivisten in Venezuela
Im Bundesstaat Aragua ermordeten Unbekannte drei Gewerkschaftsaktivisten. Einer der Toten ist Carlos Requena, Nationaler Koordinator des linken Gewerkschaftsverbandes UNT (Unión Nacional de Trabajadores). Auch der regionale Koordinator der UNT im Bundesstaat Aragua, Richard Gallardo, fiel dem Überfall zum Opfer. Der dritte Tote ist Luis Hernández, ein Kandidat für das Bürgermeisteramt der Gemeinde Zamora für die Arbeiterpartei Unidad Socialista de Izquierda (Einheit der sozialistischen Linken) bei den vergangenen Regionalwahlen. Er war außerdem Sekretär der Gewerkschaft bei Pepsi Cola in Venezuela, deren Abfüllstation sich in der Region befindet.
Venezuelas Präsident fordert Ermittlungen in Dreifachmord an Gewerkschaftern. Unterstützung von Arbeitskampf bei Unternehmen Sanitarios Maracay
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat sich für eine tief greifende Untersuchung der Morde an drei Gewerkschaftsaktivisten im Bundesstaat Aragua ausgesprochen. Richard Gallardo, Luis Hernández und Carlos Requena waren am vergangenen 28. November erschossen worden, als sie eine Versammlung der Gewerkschaft UNT verließen. Die Mörder eröffneten von einem Motorrad aus das Feuer auf die Männer. Am Rande der Amtseinführung des neuen Gouverneurs von Aragua, Rafael Isea, forderte Chávez am Montagnachmittag (Ortszeit) nun eine genaue Untersuchung der Tat. Die betreffe auch transnationale Unternehmen, die in den Mehrfachmord verwickelt sein könnten. Der Innen- und Justizminister Tareck El Aissami gab derweil die Festnahme eines 31-jährigen Tatverdächtigen bekannt.

