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Hermann Lueer: Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?

20 Mai 2008 Ein Kommentar Tags:

Ausgehend von der ärgerlichen Frage, warum täglich 100.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben und angesichts der verbreiteten Gewissheit, dass hieran auch die Millenniumsziele der UNO nichts ändern werden, wird in dem vorliegenden Buch die Frage nach dem Grund gestellt.

Die vorherrschende Wirtschaftsordnung der führenden Industriemächte sorgt täglich unter dem Titel »Globalisierung« für die Sachzwänge, aufgrund derer außer »Hilfe zur Selbsthilfe« für die Verlierer der Konkurrenz beim besten Willen nichts zu machen ist. Welthunger, kein Zugang zu sauberem Wasser für ein Sechstel der Menschheit,bittere Armut und elende Arbeitsbedingungen sind trotz der Wunder der Technik des 21. Jahrhunderts zur Normalität der globalen Wirtschaftsordnung geworden. Nicht nur in den sogenannten Entwicklungsländern, sondern auch innerhalb der erfolgreichen Industrienationen zeugen die offiziellen Armutsberichte von der wachsenden Diskrepanz zwischen dem, was als Wohlstand der Nation im Bruttosozialprodukt bilanziert und als Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet wird und dem, was die Mehrheit der Bevölkerung davon hat. Altersarmut, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Einschnitte im Bildungswesen wie bei der medizinischen Versorgung sind aus wirtschaftlichen Gründen, zur Sicherung der nationalen Wettbewerbsfähigkeit, marktwirtschaftlich nicht zu vermeiden. Die Frage nach der Alternative zu diesen Errungenschaften der globalen Marktwirtschaft beginnt mit der Kritik der politischen Ökonomie.

Der Klassiker dieser kritischen Analyse – »Das Kapital« von Karl Marx – bekommt hierbei unweigerlich eine Renaissance. Der Mann hatte einfach Recht!

Autor: Hermann Lueer | Titel: Warum verhungern täglich 100.000 Menschen | ISBN: 978-3-86582-517-9

Ein Kommentar »

  • admin (Autor) sagt:

    Was an diesem Buch speziell erfreut, ist dass es mit einfachen Beispielen und Worten die grundsätzlichen Zusammehänge des Wirtschaftens erklärt. Bei vielen Büchern, die sich um dieses Thema drehen, muss man sich oft zuerst ein ganzes Fachvokabular antrainieren, dass man überhaupt die Aussagen versteht. Das wird bei diesem Buch tunlichst vermieden. Dieses Buch (163 Seiten) ist ein genialer Einstieg für alle, die schon immer mal sich mit linker Kritik am Kapitalismus auseinandersetzen wollten, aber nicht gleich Marx’ drei Bände Kapital (mehrere tausend Seiten) durchwälzen wollten.

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