Deutschland
Teil 1: Wer hat unseren Kapitalismus vergeigt? In der Krise haben Schuldfragen Hochkonjunktur.
Teil 2: Schuldfrage (1): Profitgierige Banker produzieren eine Blase und ruinieren „unser“ Finanzsystem. Das Opfer: Unsere schöne „Realwirtschaft“.
Teil 3: Schuldfrage (2): Größenwahnsinnige Familienunternehmer gefährden den „Wirtschaftsstandort D“. Das Opfer: Deutscher Export, deutsche Arbeitsplätze, deutscher Steuerzahler.
Teil 4: Schuldfrage (3): Die amerikanische Krise ergreift Europa, GM will seine Pleite auf dem Rücken deutscher Wertarbeiter austragen. Das Opfer: Wir Sparer, wir Finanzminister, wir Opelaner…
Teil 5: Diskussion: Warum der ‘Kampf um Arbeitsplätze’ ein Fehler ist
Teil 6: Der letzte Hoffnungsträger: die eigene Herrschaft. Die Politik soll Banken, Wirtschaft & Standorte retten = Sparern, Beschäftigten und Verbrauchern helfen – Diskussion: Die schäbige Rolle der Arbeit im Kapitalismus – Die Produktivkraft dieser geistigen Krisenbewältigung fürs praktische Mitmachen der Leute schätzt und fördert die Staatsmacht über alle Maßen. Ein Volk, das sich für diese patriotischen Schuldfragen einnehmen lässt, hofft auf die Rückkehr zu einem „normalen“, erfolgreichen Kapitalismus und ist als Manövriermasse internationaler Standortkonkurrenz gut zu gebrauchen.
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Amoklauf in Winnenden: „School-Shooting“ – eine Geisteskrankheit?
In einem Interview mit Prof. Freerk Huisken (Uni Bremen, Autor diverser Bücher zu Schule, Jugendgewalt & Ausländerfeindschaft) wird den Gründen für diese Art Amoklauf nachgegangen. Die Erklärungsversuche von Experten, es handele sich um psychisch gestörte, untypische Jugendliche sowie ihre Suche nach Täterprofilen und Mustern wird auf Stichhaltigkeit untersucht. Sind es nicht viel mehr ganz normale Jugendliche, die da plötzlich ausrasten? Die Schule als Konkurrenzveranstaltung lässt die Kids ständig Niederlagen erfahren, die diese aber als persönliches Urteil über sich selbst deuten, das sie nicht auf sich sitzen lassen wollen. Da könnte schon einer auf die Idee kommen, den Beweis anzutreten, dass er ein Winnertyp ist.
Ich bin wertvoll
Die Sache mit dem Selbstbewusstsein
Von Freerk Huisken
Wendy erzählt Geschichten:
Die Nachwendezeit. Ein halbes Land in national-trunkener Freude über den Blödsinn, den es veranstaltet hat und eine daniedergehende Wirtschaft. Teilweise Auflösung der alten sozialen Strukturen, sei es Partei- oder Hausgemeinschaft.
Die ernst dreinschauende, weißhaarige Frau auf dem Zehnmarkschein der DDR, Schulen, Straßen und ganze Wohnbezirke trugen und tragen zum Teil noch ihren Namen. Sie war neben Rosa Luxemburg eine der beiden großen Frauen in der deutschen Sozialdemokratie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts: Clara Zetkin. Über die Politikerin und Frauenrechtlerin sprach Radio Corax mit der Historikerin Ulla Plener. Sie hat ein Sammelwerk herausgegeben mit dem Titel: “Clara Zetkin in ihrer Zeit – Neue Fakten, Erkenntnisse, Wertungen”
Am 23. September unterzeichneten der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, und der Generalsekretär der NATO, Jaap de Hoop Scheffer, ein geheimes Kooperationsabkommen, dessen Inhalt nun bekannt wurde. Beobachtern zufolge war die Vereinbarung bis zuletzt innerhalb der UNO umstritten, nicht zuletzt wegen der parteiischen Haltung der westlichen Militärallianz im Georgien-Krieg. Ban Ki-Moon habe auf Druck Frankreichs, der USA und Großbritanniens doch noch unterschrieben. Presseberichten aus Moskau zufolge reagierte der russische Außenminister Sergej Lavrow auf das in aller Eile verfaßte und heimlich unterzeichnete Abkommen schockiert. jW dokumentiert das Papier in einer Übersetzung der Schweizer Wochenzeitung Zeit-Fragen.
Die Kaiser’s Kassiererin Barbara E. spricht über ihre Kündigung. Ihr wurde gekündigt, weil sie gestreikt hat und sich gegen die Schikanen, mit denen in den Filiale den Streikenden begegnet wurde, zur Wehr gesetzt hat. Es wird ihr vorgeworfen zu Unrecht Pfandbons eingelöst zu haben. Die geltende Rechtssprechung der Arbeitsgerichte sieht die Möglichkeit vor, dass eine Kündigung rechtmäßig ist, ohne dass der Arbeitgeber Barbara E. ein schuldhaftes Verhalten nachweisen muß. Kontakt Solikomitee: streik (at) kanalB.org.
Während der IG-Metall-Chef gerade Deutschland rettet, gibt sein eigentlich kongenialer Partner vom DGB bloss ein paar lausige Interviews. Im Tagesspiegel demonstriert der Hobbykoch und Schwadroneur Michael Sommer was es bedeutet offiziell die Interessen des variablen Kapitals ergo der Arbeiterinnen und Arbeiter zu vertreten und gleichzeitig nie über das «beste Wirtschaftssystem» hinausdenken zu können oder dürfen. Weil halt im Kapitalismus «selbstverständlich Gewinne gemacht werden», müsse man die «gesellschaftliche Verantwortung» gross schreiben und weil das im «angloamerikanischen» Kapitalismus leider so überhaupt nicht der Fall ist, haben wir jetzt die Sosse bzw Krise.
Beamte nehmen nachts in Bad Saulgau einen Mann unter Verdacht des Surfens in fremden W-Lan-Netzen fest. Ob das aber eine Straftat ist, bleibt unter Juristen heiß umstritten.
“Dieser Mann rettet Deutschland!”, titelt der/die teilnehmende BeobachterIn. Wir selbst verraten nichts und verweisen euch auf den Link:
Die ver.di-Spitze ist bei der Urabstimmung über den Tarifabschluß bei der Lufthansa mit einem blauen Auge davongekommen. Rund 51 Prozent der abstimmungsberechtigten Gewerkschaftsmitglieder stimmten für den »Kompromiß«, den ver.di und Lufthansa Anfang August nach fünftägigen Streiks ausgehandelt hatten. Das teilte die Gewerkschaft am Mittwoch in Berlin mit. Erreicht worden war eine zweistufige Lohnerhöhung von insgesamt 7,4 Prozent für das Bodenpersonal bei einer Laufzeit von 21 Monaten, was einer jährlichen Erhöhung um 4,2 Prozent entspricht. Dazu kommt eine ertrags- und beschäftigungsfeldabhängige Einmalzahlung zwischen ein und 2,3 Prozent eines Jahresgehalts. Ver.di war ursprünglich mit einer Forderung von 9,8 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gegangen. Für das Kabinenpersonal wurde ein Abschluß im gleichen Umfang erzielt. Dieser steht jedoch unter dem Vorbehalt einer Tarifeinigung zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft UFO Anfang kommenden Jahres. UFO vertritt einen weitaus größeren Teil des Kabinenpersonals als ver.di und hatte angekündigt, den Abschluß der DGB-Gewerkschaft nicht zu akzeptieren und von der Lufthansa 15 Prozent mehr Lohn zu fordern.
